Trends, Tipps und Tricks für die Fensteranordnung beim Haus

08.06.2018

So klappt es mit Fensterplanung

Räume nach Süden oder Westen haben meistens auch die größten Fensterflächen und können so die Sonne einfangen.

Wer ein Haus bauen möchte, beschäftigt sich irgendwann auch mit der Frage „Hausbau, welche Fenster?“. Wir haben unsere Architektin Mona Sölter befragt, wie die richtige Fensteraufteilung ermittelt wird. 

Fenster erfüllen beim Hausbau viele wichtige Funktionen. Zum einen lassen sie natürliches Tageslicht ins Haus, das sich positiv auf unser Wohlbefinden auswirkt. Zum anderen sorgen sie für Frischluft und ein angenehmes Klima in den Räumen. Doch Fenster haben auch einen Einfluss auf die Energiebilanz, die Privatsphäre und nicht zuletzt auf die Raumplanung.

Worauf sollte man also beim Hausbau in puncto Fenster achten? 

Unsere Expertin Dipl.-Ing. Architektin Mona Sölter gibt Tipps zur richtigen Fensterplanung. 

Fensterplanung auf einen Blick:

  • Die Fenstergröße hängt von der Raumgröße ab
  • Bundesländer regeln in Bauordnung die Mindestbelichtungsfläche für Aufenthaltsräume 
  • Wichtig ist, in welche Himmelsrichtung der Raum ausgerichtet ist
  • Faustregel: Norden = kleine Fenster, Süden = große Fenster
  • Fensterfläche nach Nutzung des Wohnraumes auswählen

Wir beobachten, dass unsere Bauherren zunehmend Häuser bauen, die große Fenster haben. Woher kommt dieser Trend? 

Durch die großen Fenster holen wir die Sonne ins Haus. Das hat – bis zu einem bestimmten Grad, je nach Ausrichtung des Hauses zur Himmelsrichtung – sogar Vorteile für die Energiebilanz.
Da die Verglasung der Fenster in den vergangenen Jahren immer besser geworden ist, ist eine große Fensterfläche heute kein Problem mehr. Einen Wärmeverlust gibt es nicht. Um sich allerdings gegen eine zu hohe Sonneneinstrahlung zu schützen, ist bei einer bestimmten Fensterfläche im Verhältnis zum Wohnraum ein bestimmter Sonnenschutz vorgeschrieben. Das können zum Beispiel Außenrollläden, oder Raffstores sein. Wie gut eine Fensterscheibe isoliert ist, darüber gibt übrigens der U-Wert Auskunft.

Was ist eigentlich der U-Wert?
Der U-Wert gibt Auskunft darüber, wie gut ein Fenster isoliert ist. Er benennt den Wärmeverlust in Watt pro Quadratmeter Fensterfläche bei einem Temperaturunterschied von 1 Grad Celsius. Dabei gilt: Je kleiner der U-Wert, desto besser die Dämmeigenschaften. Der U-Wert der Fensterscheibe für Zweifach-Verglasung liegt heute bei 1,1 W/m²K. Mit einer Dreifachverglasung lässt er sich sogar auf 0,6 W/m²K reduzieren.

Faustregel zur Fensteraufteilung

Gibt es für die Fensteraufteilung im Haus eine Faustregel? Oder kann jeder beim Hausbau selbst entscheiden, welche Fenster er einbauen möchte? 

Es gibt eine so genannte „Mindestbelichtungsfläche für Aufenthaltsräume“. Die Werte weichen von Bundesland zu Bundesland etwas ab, aber die die optimale Fensterfläche muss 10 bis 12,5 % der Raumgrundfläche betragen.

Die DIN 4108 regelt die Einhaltung des sommerlichen Wärmeschutzes. Hier ist festgelegt, wann Fensterflächen mit einem Sonnenschutz versehen werden müssen. Das hängt immer von der Ausrichtung des Hauses zur Himmelrichtung und dem Verhältnis zur Grundfläche des Wohnraumes ab.

Haben Sie Tipps zur richtigen Fensteraufteilung im Haus?

Viele Fenster gewähren unter Umständen unerwünschte Einblicke. Wer ein Haus bauen möchte, sollte darüber nachdenken, welcher Wohntyp er ist. Wer geschützte Rückzugsbereiche mag, die nicht einsehbar sind, sollte das bei der Fensteraufteilung bedenken.

Es kommt aber auch auf das Baugrundstück an: Je nach Grundstücksgröße und Nachbarbebauung können große Fenster störenden gegenseitigen Einblicken führen. Wenn man die Jalousien herunterlassen muss, um sich nicht direkt von Sofa zu Nachbarsofa zuwinken zu können, sind große Fenster meistens keine gute Idee. Die offene Gestaltung des Hauses führt dann im Laufe der Zeit zu unschönen Sichtschutzelementen und dicht zugewachsenen Grundstücksgrenzen, die dann wieder einengen oder verdunkeln.

Wie plane ich Fenster richtig?

Dann hat also die Ausrichtung des Hauses in Bezug auf die Himmelsrichtung und das Grundstück einen Einfluss auf den optimalen Fensterflächenanteil? Wie plant man große Fenster oder kleine Fenster beim Haus?

Wohnräume nach Süden oder Westen haben meistens die großen Fenster, so kommt Sonne ins Haus. Hier verbringt man seine Freizeit, sitzt im hellen Wohnzimmer und geht auf die sonnige Terrasse. Kinderzimmern sollten nicht nach Norden ausgerichtet sein. Es sind eher untergeordnete Räume, die nach Norden ausgerichtet sind. Die haben dann auch kleine Fenster, wie z.B. der Hauswirtschaftsraum. Hier wird nicht viel Helligkeit benötigt, es gibt keine Vorteile durch Sonneneinstrahlung und der Wärmeverlust hält sich an der kalten Hausseite in Grenzen. Schlafzimmer hingegen werden gern nach Osten ausgerichtet, da hier die Sonne aufgeht.

„Wohnräume nach Süden oder Westen haben meistens auch die größten Fensterflächen und können so die Sonne einfangen.“

Viele haben heute bodentiefe Fenster, teilweise sogar im Gäste-WC oder Badezimmer. Ist das auch ein Trend?

Mit großen und bodentiefen Fenstern holen wir uns viel Licht ins Haus, der Übergang von innen nach außen wird fließend – gerade bei bodentiefen Fenstern. Das geht hin bis zur Rundumverglasung, die dem Hausbesitzer das Gefühl gibt direkt im Garten zu sitzen.

Es findet gleichzeitig eine Öffnung der Grundrisse statt. Heutzutage ist die Nutzung der Räume fließend. Früher hatte man ein Büro, heute sitzt jeder mit dem Laptop, Tablet oder Smartphone am Esstisch oder auf dem Sofa. Der Trend zu offenen Küchen ist ungebrochen, Schlafräume gehen über in Ankleiden und Badezimmer, wenn die Hausgröße, der Grundriss und vor allen Dingen der Geldbeutel dies zulassen. 

Weitere Tipps und Tricks finden Sie in unserem Kundenmagazin.

 

 

 

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